
Kurz nach dem jährlichen Sommerlager der Luftsportgruppe Menden e.V. geht es weiter mit fliegerischen Highlights. Unser Segelflugverein hat ein Stück deutsche Luftfahrtgeschichte in der Halle und erweckt die historischen Fluggeräte gern zum Leben. So auch den „SG 38“.
Der SG 38 ist eine Nachbildung des legendären Schulgleiters, der 1938 entwickelt wurde und Generationen von Flugbegeisterten in die Lüfte gebracht hat. Sein offenes, minimalistisches Design erlaubt es den Pilot:innen, das Fliegen pur zu erleben – ohne Cockpit, nur umgeben vom Wind. Die robuste Holzkonstruktion und das simple Steuerverhalten machen ihn zu einem Stück lebendiger Luftfahrtgeschichte, das die Ursprünge des Segelflugs greifbar macht und jedem Flugbegeisterten ein echtes Gefühl von Freiheit vermittelt.
Eine weitere Besonderheit am SG38 ist der Gummiseilstart. Anders als moderne Segelflugzeuge, die nur an der Winde oder hinter einem Motorflugzeug in die Höhe gezogen werden, kann der historische Schulgleiter am Gummiseil in die Luft katapultiert werden. Dafür braucht man einige helfende Hände, denn der SG38 wird durch reine Muskelkraft in die Lüfte befördert. Mit Hilfe eines langen Gummiseils mit zwei Enden wird der Schulgleiter wie auf einer Flitsche aufgespannt. Dazu laufen an jedem Seilende 5 Personen und hinten halten 2 Personen den Flieger auf der Stelle, bis das Kommando zum Abflug ertönt. Dann lassen die Haltenden hinten los und dadurch wird der Schulgleiter mit einem kräftigen Ruck nach vorne gezogen. So kann er den Hang am Flugplatz in Barge für einige hundert Meter hinuntergleiten.
Mit dem SG 38 zu fliegen ist für die Pilot:innen der LSG Menden immer wieder ein großartiges Erlebnis, dass den Gruppenzusammenhalt stärkt. Denn Segelflug ist und bleibt ein Teamsport, damals wie heute.














Text: Johanna Maria Böhm